Warum bekomme ich von Parfum Kopfschmerzen?
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Wenn dir im Aufzug, im Büro oder in der Bahn von jemandes Duft schlecht wird, liegt das nicht an deiner Empfindlichkeit. Eine Studie des Universitätsklinikums Dresden hat 113 Migränepatienten gefragt, welche Gerüche sie am stärksten belasten. Auf Platz eins stand süßes Parfum — vor Essensgerüchen und vor Zigarettenrauch. Hier steht, was dahintersteckt und was du konkret ändern kannst.
Die drei SŌLA Mists
Fragrance Mist statt Parfum: deutlich geringer konzentriert, für den ganzen Tag gedacht, jederzeit nachlegbar. 120 ml, für Haut, Haar und Kleidung.
Zitrus, klar, kühl. Der leichteste der drei — für Tage, an denen du dicht neben anderen sitzt.
Rosa Grapefruit, fruchtig, mit einer trockenen Kante. Wach, ohne süß zu werden.
Warmer Fruchtmix, ambriger Abgang. Der erwachsenste der drei, für Abende und kühle Tage.
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Zu den DüftenWas die Dresdner Studie gefunden hat
Am Universitätsklinikum Dresden haben das UniversitätsSchmerzCentrum und das Interdisziplinäre Riechzentrum gemeinsam 113 Menschen mit episodischer oder chronischer Migräne befragt. 99 Frauen, 14 Männer, zwischen 19 und 78 Jahren. Die Diagnose wurde von Neurologen nach der internationalen Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 gestellt, der Schweregrad über den MIDAS-Score erfasst.
Eine der Fragen war schlicht: Welche Gerüche empfindest du als störend? Die Antworten fielen deutlicher aus, als man erwartet.
- Süßes Parfum
- 36 %
- Essensgerüche
- 22 %
- Zigarettenrauch
- 12 %
- Nennen Gerüche als Auslöser einer Attacke
- ~30 %
Goßrau G, Frost M, Klimova A, Koch T, Sabatowski R, Mignot C, Haehner A: Interictal osmophobia is associated with longer migraine disease duration. The Journal of Headache and Pain, 15.07.2022. doi.org/10.1186/s10194-022-01451-7
Die Fachbezeichnung für diese Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen ist Osmophobie. Die Studie zeigt zwei Dinge, die vorher nicht klar waren: Erstens tritt sie bei einem erheblichen Teil der Betroffenen auch zwischen den Attacken auf, also dauerhaft. Zweitens nimmt sie zu, je länger und je schwerer die Erkrankung verläuft. Bei Migräne mit Aura ist sie etwa doppelt so häufig wie bei Formen ohne Aura.
Für die Einordnung: In Deutschland sind schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen von Migräne betroffen. In der Altersgruppe zwischen 15 und 49 Jahren ist Migräne weltweit die Erkrankung mit der höchsten Beeinträchtigung, gemessen an den in Behinderung gelebten Lebensjahren.
nannten süßes Parfum als den störendsten Geruch überhaupt. Es steht damit vor Zigarettenrauch.
Warum Duft überhaupt Schmerz auslösen kann
Der Zusammenhang wirkt zunächst willkürlich. Warum sollte ein Geruch Kopfschmerzen machen? Die Erklärung liegt in der Anatomie, und sie ist erstaunlich banal.
Riechen läuft über den Riechnerv, den Nervus olfactorius. Schmerzempfindung im Kopf- und Gesichtsbereich läuft über den Trigeminusnerv — und der Trigeminus ist genau der Nerv, der beim Migräneanfall beteiligt ist.
Diese zwei Systeme sind keine getrennten Leitungen. Die Riechschleimhaut ist von sensorischen Fasern des Trigeminus durchzogen. Das olfaktorische und das trigeminale System sind auf neuronaler Ebene miteinander verbunden: Im Versuch lässt sich zeigen, dass eine Reizung des Trigeminusnervs Aktivität in den Riechhirnarealen auslöst.
Anders gesagt: Der Nerv, der riecht, und der Nerv, der Kopfschmerz macht, liegen im selben Kabelstrang. Ein intensiver Duftreiz aktiviert nicht nur das Riechsystem, sondern kann das Schmerzsystem mitanstoßen. Die Forschenden in Dresden sehen darin den Erklärungsansatz dafür, warum Düfte Kopfschmerzen auslösen können.
Das ist der Punkt, den Betroffene selten hören: Es ist keine Einbildung, keine Überempfindlichkeit im Sinne einer Charaktereigenschaft, kein Sich-Anstellen. Es ist Verkabelung.
Warum niemand merkt, dass er zu viel trägt
Hier kommt der zweite Mechanismus dazu, und er erklärt, warum das Problem so hartnäckig ist: Die Person, die zu viel Duft trägt, kann es selbst nicht wissen.
Riechrezeptoren desensibilisieren bei anhaltender Reizung. Der Vorgang heißt olfaktorische Adaptation, und er ist kein Defekt, sondern die eigentliche Funktionsweise des Geruchssinns: Deine Nase ist darauf gebaut, Veränderungen zu erkennen, nicht Dauerzustände. Ein Geruch, der einfach dableibt, ist per Definition keine neue Information — also wird er aus der bewussten Wahrnehmung gestrichen.
Über die Hälfte dieser Anpassung läuft in den ersten zwei Minuten ab. Nach 15 bis 20 Minuten nimmt die Wahrnehmung des eigenen Duftes deutlich ab, nach 30 bis 40 Minuten sind sich die meisten Menschen ihres eigenen Parfums nicht mehr bewusst.
Und jetzt der Teil, der die beiden Themen verbindet: Wie stark diese Adaptation ausfällt, hängt von der Konzentration ab. Pamela Dalton hat das am Monell Chemical Senses Center untersucht und im Jahr 2000 in Chemical Senses beschrieben — das Ausmaß der Abnahme richtet sich nach Konzentration und Dauer der Exposition. Je stärker der Reiz, desto vollständiger löscht ihn das Gehirn.
Das führt zu einer unangenehmen Schleife. Jemand trägt ein hoch konzentriertes Parfum. Weil es stark ist, verschwindet es für ihn besonders schnell aus der Wahrnehmung. Er hält das für Verflüchtigung und sprüht nach. Für ihn ändert sich nichts. Für alle anderen im Raum verdoppelt sich die Menge.
Konzentration: der Unterschied zwischen Parfum und Mist
Der Duftölanteil ist die entscheidende Größe, und sie steht selten prominent auf der Verpackung. Die üblichen Kategorien lassen sich grob so einordnen:
- Extrait de Parfum trägt den höchsten Anteil an Duftöl, typischerweise im Bereich von etwa 15 bis 30 Prozent.
- Eau de Parfum liegt darunter, meist im Bereich von etwa 10 bis 20 Prozent.
- Eau de Toilette liegt noch niedriger.
- Fragrance Mists und Bodysprays tragen einen Bruchteil davon — sie sind für großflächige Anwendung und mehrfaches Auftragen über den Tag gedacht, nicht für zwei Sprühstöße am Morgen, die zwölf Stunden halten sollen.
Ein Extrait ist nicht schlecht, weil es stark ist. Es ist für eine bestimmte Situation gebaut: Abend, Anlass, Abstand zwischen Menschen. Der Fehler passiert, wenn dasselbe Produkt in einen Großraumbüro-Tag mitgeht, wo dein Sitznachbar 80 Zentimeter entfernt ist und acht Stunden nicht weg kann.
Genau in dieser Lücke sitzt SŌLA. Ein Fragrance Mist ist deutlich geringer konzentriert als ein Eau de Parfum — und darauf ausgelegt, dass du mittags nachlegst, statt morgens auf Vorrat zu sprühen. Was das Produkt nicht ist: ein Mittel gegen Kopfschmerzen. Es ist ein Duft mit einer anderen Konzentration und einem anderen Einsatzzweck. Was daraus folgt, entscheidest du.
Vier Dinge, die du sofort ändern kannst
1. Zähl deine Sprühstöße
Zwei für einen Arbeitstag, nicht sechs. Der Duft soll ankommen, wenn dir jemand nah kommt — nicht, wenn er den Raum betritt. Wenn du das Gefühl hast, zwei sei zu wenig: Das ist genau die Adaptation, die dir das sagt, nicht deine Nase.
2. Frag jemanden, statt dich selbst zu prüfen
Nach zwanzig Minuten kannst du deinen eigenen Duft nicht mehr beurteilen. Punkt. Die einzige zuverlässige Methode ist, eine Person zu fragen, der du vertraust — und ihr dann zu glauben, auch wenn die Antwort unangenehm ist.
3. Nicht an den Hals, wenn du eng sitzt
Warme Hautstellen beschleunigen die Verdunstung und damit die Abstrahlung in den Raum. Handgelenk oder Kleidung geben weniger in die Umgebung ab als Hals oder Dekolleté.
4. Wähl das Produkt nach der Situation, nicht nach dem Preis
Ein hoch konzentriertes Parfum für einen achtstündigen Tag unter Menschen ist das falsche Werkzeug — unabhängig davon, wie gut es riecht oder was es gekostet hat. Für den Tag ist etwas Leichteres und Nachlegbares die passendere Wahl.
Und wenn du selbst betroffen bist, also auf Düfte in deiner Umgebung reagierst: Die Dresdner Forschenden untersuchen derzeit auch Riechtraining als Therapieansatz. In Studien stieg dabei die Schmerzwahrnehmungsschwelle, die Kopfschmerzstärke selbst nahm nicht ab. Das ist ein Thema für deine Ärztin oder deinen Arzt, nicht für einen Blogartikel — aber es ist ein Hinweis darauf, dass sich in dem Feld etwas bewegt.
Häufige Fragen
Warum bekomme ich von Parfum Kopfschmerzen, andere aber nicht?
Der Geruchssinn und das Schmerzsystem im Kopf sind neuronal verbunden — die Riechschleimhaut ist von Fasern des Trigeminusnervs durchzogen, der bei Migräne beteiligt ist. Wie stark ein Duftreiz dieses System aktiviert, ist individuell unterschiedlich. Bei Menschen mit Migräne ist die Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen messbar erhöht; die Dresdner Studie fand bei etwa 30 Prozent der Befragten Gerüche als Auslöser von Attacken. Menschen ohne Migräne haben in der Regel eine höhere Schwelle.
Welcher Duft löst am häufigsten Kopfschmerzen aus?
In der Befragung des Universitätsklinikums Dresden unter 113 Migränepatienten wurde süßes Parfum am häufigsten als störend genannt (36 Prozent), gefolgt von Essensgerüchen (22 Prozent) und Zigarettenrauch (12 Prozent). Ebenfalls häufig genannt wurden Abgase, abgestandene Raumluft, Blumenduft, Lack und Benzin.
Ist ein Fragrance Mist besser verträglich als ein Parfum?
Ein Fragrance Mist ist geringer konzentriert als ein Eau de Parfum oder ein Extrait — das ist eine Produkteigenschaft, keine Wirkungsaussage. Wie eine einzelne Person auf einen bestimmten Duft reagiert, hängt vom Duft selbst, von der aufgetragenen Menge und von ihrer individuellen Empfindlichkeit ab. Wenn du auf Düfte reagierst, ist die aufgetragene Menge der Faktor, den du am direktesten steuern kannst.
Warum rieche ich mein eigenes Parfum nach kurzer Zeit nicht mehr?
Das nennt sich olfaktorische Adaptation. Riechrezeptoren desensibilisieren bei anhaltender Reizung, über die Hälfte davon in den ersten zwei Minuten. Nach 30 bis 40 Minuten sind sich die meisten Menschen ihres eigenen Duftes nicht mehr bewusst. Der Duft ist dabei nicht verschwunden — andere riechen ihn unverändert.
Hilft es, weniger zu sprühen?
Die aufgetragene Menge bestimmt, wie viel Duft in die Umgebung abgegeben wird. Zwei Sprühstöße geben deutlich weniger in einen Raum ab als sechs. Zusätzlich gilt: Da du deinen eigenen Duft nach etwa zwanzig Minuten nicht mehr wahrnimmst, ist das eigene Gefühl kein verlässlicher Maßstab für die Frage, ob genug drauf ist.
Was ist Osmophobie?
Osmophobie bezeichnet eine Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Sie tritt bei Migräne häufig auf — sowohl während einer Attacke als auch, wie die Dresdner Studie zeigt, bei einem erheblichen Teil der Betroffenen dauerhaft zwischen den Attacken. Je länger und schwerer die Migräne verläuft, desto häufiger ist sie festzustellen. Bei Migräne mit Aura tritt sie etwa doppelt so häufig auf wie ohne Aura.
Dieser Artikel gibt den Stand der zitierten Veröffentlichungen wieder und ist keine medizinische Beratung. Wenn du regelmäßig unter Kopfschmerzen oder Migräne leidest, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.